Digitale Modellbahnsteuerung mit PC und Profi-Boss

Der „Profi-Boss“ ist eine wenn auch schwachbrüstige, so doch (fast) vollwertige Digitalzentrale. Umso bedauerlicher ist es, dass ihn Fleischmann schon kurz nach seinem Erscheinen zugunsten der Roco Multimaus wieder eingestellt hat.

Egal; ich hatte seinerzeit das Glück, in meiner Startpackung einen Profi-Boss liegen zu haben. Und da meine Loks ohnehin alle über einen Digitaldekoder verfügen und ich inzwischen auch fast alle Weichen digitalisiert habe, lag die Idee nahe, die Modellbahnsteuerung vollständig über den Computer laufen zu lassen.

Die Zusatzkosten dafür belaufen sich auf rund 120 Euro. Benötigt werden neben dem Profi-Boss und einem PC (egal, ob Windows, Mac oder Linux) ein Loconet-Kabel, das USB-Loconet-Interface 63120 von Uhlenbrock sowie eine Stromeinspeisung für Loconet. Diese Stromeinspeisung ist deshalb notwendig, weil der Profi-Boss im Gegensatz zu Darstellungen der Firma Fleischmann, die anderes vermuten lassen (vgl. hier), keine Stromversorgung für das Loconet vornimmt. Hierfür bieten sich entweder das Uhlenbrock 63100 oder aber das Digitrax UP-5 an (vgl. hier). Das Digitrax UP-5 benötigt zudem ein 12-Volt-Wechselstrom-Netzteil mit DC-Stecker. Wenngleich der Vorteil eines festen Gehäuses nicht von der Hand zu weisen ist, habe ich mich aus Kostengründen für das Digitrax UP-5 entschieden.

Als Netzteil kommt das bisherige Netzteil des Profi-Bosses zum Einsatz. Die Stromversorgung für den Profi-Boss übernimmt nun der Tillig-Trafo 08122. Der Tillig-Trafo ist mit dem Fleischmann-Trafo 6811 identisch (vgl. auch hier), der nicht mehr produziert wird und ohnehin recht teuer gekommen wäre. Vorteil dieser Lösung: Ich muss für das Digitax UP-5 kein Netzteil kaufen, und der neue Trafo am Profi-Boss steigert die Leistung der Digitalzentrale auf immerhin 1,8 Ampere. Da ich die Weichen separat schalte, dürfte das bis auf weiteres reichen. Die Verkabelung ist relativ einfach, wenn man auf die korrekte Stromversorgung des Digitrax UP-5 achtet:

Anschluss des Profi-Bosses an einen PC via Loconet.

Anschluss des Profi-Bosses an einen PC via Loconet.

Als Steuerungssoftware habe ich mir RocRail, iTrain und Windigipet angeschaut. Windigipet ist für meine Zwecke aber schlicht überdimensioniert und steht zudem nicht für Linux und OS X zur Verfügung. Rocrail ist ebenfalls überaus mächtig, doch finde ich die Oberfläche eher „altbacken“. „Ausschlusskriterium“ war schließlich, dass ich bei Rocrail keine Möglichkeit gefunden habe, den Tasten für die Dekoderfunktionen Symbole zuzuordnen. Zudem lässt sich die Lokgeschwindigkeit offensichtlich nur über einen Schieberegler bestimmen, was punktgenaue Mauspositionierungen voraussetzt. Ich will mit den Augen aber auf der Anlage und nicht am TFT-Display meines Rechners kleben.

iTrain hat die besagten Funktionstastensymbole und zudem vielfältige Möglichkeiten für die Geschwindigkeitsregelung, die mir sehr entgegenkommen. Verwirrend ist hier allerdings, dass in der Demo-Version aus lizenzrechtlichen Gründen kein Loconet-Verbindungen möglich sind, das Handbuch zur Kaufversion hierauf aber nicht hinweist. Im Grunde ist das aber kein Problem: Nach einer Registrierung erhält man einen Aktivierungscode für eine zeitlich begrenzte Testversion, die auch Loconet-Verbindungen erlaubt.

Nur die Konfiguration dieser Verbindung gestaltete sich noch ein wenig schwierig. Inzwischen läuft die Anlage mit den folgenden Einstellungen aber problemlos:

Karteikartenreiter „Allgemein“: Voreinstellungen des Protokolls für Magnetartikel: DCC Schaltdauer (in ms): 200 [x] Alle Magnetartikel durchschalten nach Verbindungsaufbau

Karteikartenreiter „Seriell“: Schnittstelle: Loconet Port: SLAB-USBtoUART Baudrate: 125200 Baud Stopp-Bits: 1 Bit CTS-Kontrolle: No flow control

Karteikartenreiter „Spezifisch“: Neue Funktionen benutzen: [] Schaltbestätigung: [] Rückmelde[-]Reportadresse: 0

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